DPF Reinigung: Regenerationsarten und professionelle Verfahren
DPF Reinigung: Regenerationsarten und professionelle Verfahren
Ein verstopfter Dieselpartikelfilter (DPF) gehört zu den häufigsten Problemen moderner Dieselfahrzeuge. Wird die Beladungsgrenze überschritten, steigt der Abgasgegendruck – mit direkten Auswirkungen auf Leistung, Verbrauch und Motortemperatur.
In diesem Abschnitt erklären wir die unterschiedlichen Reinigungsmethoden und wann welche Maßnahme technisch sinnvoll ist.
Die DPF-Regeneration ist der Prozess, bei dem sich im Dieselpartikelfilter angesammelter Ruß bei hohen Temperaturen verbrennt. Es gibt drei Arten:
- Passive Regeneration: Erfolgt automatisch bei langen Fahrten oder auf der Autobahn.
- Aktive Regeneration: Vom Steuergerät (ECU) gesteuert und bei Bedarf ausgelöst.
- Erzwungene Regeneration: Wird in der Werkstatt mit speziellen Geräten durchgeführt.
Die DPF-Regeneration sorgt für optimale Motorleistung und reduziert die Emissionen.
DPF Regenerationsprozess – Reinigungs- und Regenerationsphasen des Dieselpartikelfilters

1. Passive Regeneration – Selbstreinigung im Fahrbetrieb
Die passive Regeneration erfolgt automatisch bei längeren Fahrten mit konstanter Geschwindigkeit.
Technischer Ablauf:
- Abgastemperatur steigt auf ca. 500–550 °C
- Rußpartikel oxidieren im Filter
- Keine aktive Steuerung durch das Motorsteuergerät erforderlich
Voraussetzung:
Autobahnfahrt oder längere Landstraßenfahrt unter Last.
Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb reicht diese Methode oft nicht aus.
2. Aktive Regeneration – Steuergerätegesteuerte Reinigung
Wenn der Differenzdrucksensor eine hohe Beladung erkennt, initiiert das Motorsteuergerät eine aktive Regeneration.
Funktionsweise:
- Späteinspritzung von Kraftstoff
- Erhöhung der Abgastemperatur auf 600–650 °C
- Kontrollierte Rußverbrennung
Typische Anzeichen:
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch
- Kühlerlüfter läuft nach
- Leicht erhöhter Leerlauf
Wird der Prozess mehrfach unterbrochen, kann die Beladung kritisch ansteigen.
3. Professionelle DPF Reinigung
Bei starker Aschebeladung oder fehlgeschlagener Regeneration ist eine externe Reinigung erforderlich.
Gängige Verfahren:
- Thermische Reinigung im Spezialofen
- Hydrodynamische Spülung
- Druckluft-Impulsverfahren
- Kombinierte chemisch-thermische Verfahren
Diese Methoden entfernen nicht nur Ruß, sondern auch nicht verbrennbare Ascherückstände.
Wann ist ein Austausch notwendig?
Ein DPF sollte ersetzt werden, wenn:
- Das Filtermaterial beschädigt ist
- Der Monolith Risse aufweist
- Die Beladungsgrenze dauerhaft überschritten wurde
- Sensorfehler nicht mehr korrigierbar sind
Eine frühzeitige Diagnose reduziert Folgeschäden am Turbolader und am AGR-System.
🔜 Nächster Abschnitt der Serie
Im nächsten Teil analysieren wir:
DPF Sensoren und Differenzdruckmessung – Fehlerquellen und Diagnosemethoden.